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Austria Tabakwerke

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BezirkStraßeHausnummer
9Porzellangasse51

frühere Adressierung

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Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut
Bezirk:

In dem 1903-1905 von Alois Koch errichteten Gebäude (neobarock, 4 Trakte, bemerkenswerter Hauptrisalit) ist die Generaldirektion der Austria Tabak AG untergebracht, die sich zuvor (1869-1905) im freigewordenen Bäckenhäusel befunden hatte (1868 als Armenversorgungshaus aufgelassen; 1908-1915 Neubau des Neuen Chemischen Instituts). Das Tabakmuseum übersiedelte 1981 von hier in den Messepalast.

Geschichte

Seit Leopold I. war die kaiserliche Hofkammer allein berechtigt, Befugnisse zum Verkauf von Tabak zu erteilen, doch entschloß sich erst Joseph II., die Produktion und den Verkauf von Tabakerzeugnissen als staatliches Monopol in Eigenregie zu übernehmen. Das Unternehmen wurde mit Kundmachung seines „Tabakpatents" am 8. Mai 1784 als „K. k. Tabak-Gefällen-Kameral-Direction" gegründet und hatte seinen Sitz im ehemaligen Artilleriezeughaus (CNr. 958; 1, Seilerstätte 7); ihm unterstanden die K. k. Tabak-Gefällen-Fabriks-Verwaltungen (es gab drei Fabriken in Hainburg [Niederösterreich], Fürstenfeld [Steiermark] und Winniki bei Lemberg [Galizien]); die älteste Verwaltung befand sich 2, Praterstraße 58. Der Betrieb wurde von vier Direktoren nach kommerziellen Grundsätzen geführt und konnte rasch Gewinne erzielen. Seit Joseph II. gab es als offizielle Verkaufsstellen Tabaktrafiken (Trafik ist aus dem Arabischen abgeleitet und bedeutet Kleinverkauf, Detailhandel). 1823 erhielt das Unternehmen den Titel „K. k. Tabak- und Stempel-Gefällendirection", 1830-1835 kam es zu einer Neuorganisation (Vereinigung der Länderadministrationen mit den Finanzlandesbehörden, an die Stelle der „Tabak- und Stempel-Gefällendirection" trat die „K. k. Tabakfabriken-Direction"), 1835 wurden die Staatsmonopolordnung und das Gefällsstrafgesetz erlassen. Im Vormärz kam es zu einer räumlichen Ausdehnung des Tabakmonopols innerhalb der Monarchie, zur Neugründung von Fabriken und zur Einführung der Zigarre (1818). 1849 wurden erste Versuche mit Papierzigaretten gemacht, die sich seit den 70er Jahren voll durchsetzen konnten. 1849/1850 entstand der Betrieb 3, Rennweg 44 (Neubau 1857?). 1850 wurde das Monopol auf die Länder der ungarischen Krone ausgedehnt, 1855 erhielt das Unternehmen den Titel „K. k. Zentraldirektion der Tabakfabriken und Einlösungsämter". Zur selben Zeit kam es zu ersten Diskussionen über die Problematik des Rauchens. Ab 1865 hieß das Unternehmen „Tabakregie"; aus diesem Jahr kennt man auch den ersten Tarif, der neben 30 Sorten Schnupftabaken 19 Sorten Pfeifentabake auswies. Die Rohstofffrage wurde durch gezielten Tabakanbau gelöst (Ostgalizien, Bukowina, Ungarn, Steiermark), doch gab es auch Importe. Unter den Zigaretten finden wir ab 1882 die beliebten Sorten „Sport" und „Drama", ab 1892 „Memphis" und „Egyptische III. Sorte". 1898 wurde in 16, Thaliastraße 125 eine Tabakfabrik errichtet (Ziegelbau mit leichtem Neorenaissance-Einschlag und zum Teil hölzerner Innenkonstruktion), in der für damaligen Verhältnisse sehr gute Arbeitsbedingungen geschaffen wurden (Dampfheizung, Ventilationsanlage, hohe Arbeitssäle). 1899 wurden in Wien erstmals Zigarettenautomaten aufgestellt. Ab 1907/1908 begann die Zigarette die Zigarre an Beliebtheit zu überrunden. Die Tabakregie erzeugte 1913 1,36 Millionen Zigarren und 6,349 Milliarden Zigaretten neben großen Mengen an Rauch- und Schnupftabaken; sie betrieb 30 Fabriken, 17 Verschleißmagazine und acht Einlöseämter in den großen Produktionsgebieten, beschäftigt waren (1914) 38.000 Arbeiter und 1.200 Beamte. Nach dem Ersten Weltkrieg (durch den die meisten Anbaugebiete verlorengingen) blieb die Tabakregie bis 1939 ein staatlicher Betrieb. 1922 errichtete sie südlich des Arsenals (10, heute 3), eine neue Fabrik, die jene am Rennweg ersetzte (aufgelassen 1923). Um die steigende Nachfrage nach nikotinarmen Produkten befriedigen zu können, erwarb die Tabakregie die „Entnikotinisierungsanstalt August Falk" in Wien. 1927 wurde eine eigene Einkaufsorganisation geschaffen. 1938 erfolgte die Umwandlung in eine dem Deutschen Reich gehörende AG („Austria Tabakwerke AG vormals Österreichische Tabakregie"), die 1945 wieder in österreichisches Eigentum rückgeführt wurde („Austria Tabakwerke AG"). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sechs zum Teil schwer beschädigte Fabriken wieder in Betrieb genommen, der Wiederaufbau erfolgte unter schwierigsten Bedingungen. Mitte der 80er Jahre erzeugten die Aaustria-Tabak-Werke (als staatlicher Monopolbetrieb) jährlich rund 15 Milliarden Zigaretten, 50 Millionen Zigarren und über 270t Pfeifen-, Kau- und Schnupftabake sowie Feinschnitte.

Literatur

  • Harald Hitz / Hugo Huber: Geschichte der österreichischen Tabakregie 1784-1835. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1975 (Veröffentlichungen der Kommission für Wirtschafts-, Sozial- und Stadtgeschichte, 2)
  • Franz Mathis: Big Business in Österreich. Österreichische Großunternehmen in Kurzdarstellungen. München: Oldenbourg 1987, S. 42 ff.
  • Briefmarkenabhandlung der Postdirektion anläßlich des Erscheinens von österreichischen Briefmarken. 1984
  • Friedrich Benesch, 150 Jahre. Österreichische Tabakregie 1784-1934. Herausgegeben von der Generaldirektion der österreichischen Tabakregie in Wien. Wien: Wagner 1934