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Bäckenhäusel

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BezirkStraßeHausnummer
9Währinger Straße42
9Boltzmanngasse1

frühere Adressierung

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Bezirk:

Bäckenhäusel (9, Währinger Straße 42, Boltzmanngasse 1). Das Haus trug seinen Namen nach dem dort stehenden Bäckerkreuz. Dieses wurde Anfang 16. Jahrhundert von einem Mitglied der Bäckerfamilie Lundler errichtet. Nach dem Aussterben der Familie kam das Bäckenhäusel an das Mitglied des Inneren Rats Paul Hirsch von Hirschfeld, der es am 29. April 1648 testamentarisch dem Bürgerspital zur Erweiterung des gegenüberliegenden uralten Lazaretts vermachte („Hirschenhäusel"; Siechenhaus „Zu St. Lazar diesseits der Als"), dessen Ursprung unbekannt ist; es wurde 1529 durch die Türken zerstört, später aber wieder aufgebaut. Beim Siechenhaus stand ein Kirchlein, dessen Hochaltar den Pestpatronen Rochus und Sebastian gewidmet war. Die Benennung Bäckenhäusel kommt erstmals 1631 vor. Die Gemeinde Wien richtete später hier eine Art „Kontumaz" ein. 1713 breitete sich durch eine hierhergebrachte Frau die Pest über die benachbarte Gegend aus. Maria Theresia ließ das Bäckenhäusel bedeutend erweitern. Als es später als Unterkunft für Sieche Verwendung fand, entstand die Redensart „Der g'hört ins Bäckenhäusel ". 1868 wurde die Anstalt aufgelassen. 1869 ging der Gemeinderat auf das Anerbieten des Finanzministeriums ein, ihm das alte Versorgungshaus im Tausch gegen die Viehmarktplätze in St. Marx und den veräußerbaren Teil des Gußhauses auf der Wieden zu überlassen. Die Realität wurde vom Ärar der Tabakregie zugewiesen (bis 1905; Austria Tabakwerke). 1907 wurde das Gebäude samt der 1729 umgebauten und in der Mitte des Vorhofs stehenden Rosalienkapelle demoliert; 1908-1915 kam es auf vergrößertem Areal zum Neubau von Universitäts-Instituten. An der Stelle des Bäckenhäusel steht jetzt der Portaltrakt des Chemischen Instituts (Ecke Währinger Straße/Boltzmanngasse). Ende 19. Jahrhundert stand unmittelbar vor dem Haus eine steinerne Säule (Bäckerkreuz).

Literatur

  • Hans Pemmer / Ninni Lackner: Die Währinger Straße. Ein Spaziergang von der Votivkirche zur Volksoper. Wien: Verein zur Erhaltung und Förderung des Heimatmuseums Alsergrund 1968 (Beiträge zur Heimatkunde des IX. Wiener Gemeindebezirks, 3), S. 40 ff.
  • Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten und ihre historisch interessanten Häuser. (Photomechan. Wiedergabe [d. Ausg. v. 1888]). Cosenza: Brenner 1967, Band 2, S. 616
  • Carl Hofbauer: Die Alservorstadt mit den ursprünglichen Besitzungen der Benediktinerabtei Michelbeuern am Wildbach Als. Wien: Sommer 1861, S. 130 ff.
  • Leopold Donatin: Der Alsergrund einst und jetzt. Für die Jugend und das Volk geschildert. Wien 1904, S. 75 f.
  • Karl Weiß: Geschichte der öffentlichen Anstalten für die Armenversorgung in Wien (1867), S. 90 f., 248, 250 ff.
  • Alt-Wien. Monatsschrift für Wiener Art und Sprache 5. Wien: Raimann & Godina 1896, S. 182 ff.
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 4: Profane Topographie nach den 21 Bezirken (2. - 21. Bezirk). Wien: Jugend & Volk 1958, S. 275 f.