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Ballhaus (1)

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BezirkStraßeHausnummer
1Ballhausplatz

frühere Adressierung

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Bezirk:

Ballhaus (1; K. k. Hofballhaus; Ballhausplatz), errichtet nach 1520 hinter dem Cillierhof (heute Amalienburg) zur Pflege des beliebten, von Erzherzog Ferdinand aus Spanien, hieher verpflanzten Ballspiels („gioco della palla", eine Art Tennis). Nach dem Stadtbrand vom 18./19. Juli 1525 (der vom Cillierhof seinen Ausgang genommen und auch das Ballhaus zerstört hatte) verlegte man den Spielplatz in ein Gebäude auf den Michaelerplatz (neben dem Unteren Hofgarten). Als 1741 in das Ballhaus (nach entsprechendem Umbau) das Theater einzog (Burgtheater), errichtete man 1741 rasch ein neues Ballhaus (auf dessen Areal später die Sommerreitschule errichtet wurde und das vielleicht [als Provisorium?] nach Plänen von J. E. Fischer von Erlach entstanden war). Da das Gebäude seinem Zweck nicht entsprach, wurde 1746 ein neues Ballhaus an jener Stelle errichtet, an der das ältere (abgebrannte) gestanden hatte: gegenüber der 1717-1719 von J. L. Hildebrandt erbauten Geheimen Hofkanzlei, im Hof des 1650-1670 erbauten Kaiserspitals (Hofspitals). Als dieses auf den Rennweg (3) verlegt wurde, demolierte man 1754 den Spitalstrakt an der Schauflergasse, sodaß nunmehr das Ballhaus freistand; drei Jahrzehnte später läßt sich erstmals die Bezeichnung Ballhausplatz nachweisen. Im 18. Jahrhundert bezog die Hofbauplatzkanzlei die unteren Räumlichkeiten, 1848 wurden dem Konservatorium von Gottfried Preyer Lokalitäten überlassen, 1858 (nach Beendigung des Ballsports) brachte das Handelsministerium hier das Telegrapheninstitut unter. 1864-1871 waren im Ballhaus Sammlungsbestände des neu gegründeten Kunstgewerbemuseums untergebracht, danach das Baubüro von Semper und Hasenauer für den Bau der Hofmuseen (Zubau Schauflergasse). Als Anfang 20. Jahrhundert im Zuge der Neugestaltung des Minoritenplatzviertels die Reste des längst einer anderen Nutzung zugeführten Kaiserspitals (1899-1901 Lithographisches Institut des Grundsteuerkatasters, 1901-1903 Wintergarten des im Umbau begriffenen Glashauses im Burggarten) abgetragen wurden, verschwand 1903 auch das Ballhaus. Damit wurde die Verbindung zum (heutigen) Minoritenplatz hergestellt; auch ein Schwibbogen über die Schauflergasse verschwand.

Literatur

  • Adam Wandruszka /Mariella Reininghaus: Der Ballhausplatz. Wien [u.a.]: Zsolnay 1984 (Wiener Geschichtsbücher, 33)