Defizientenhaus

Aus TestWiki
Wechseln zu:Navigation, Suche
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1709
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Letzte Änderung am  2.06.2017 durch Admin
Export RDF-Export (Resource Description Framework) RDF
BezirkStraßeHausnummer
Ungargasse38

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Derzeit wurden noch keine Konskriptionsnummer zu diesem Bauwerk erfasst!
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut
„Landstraße“ gehört nicht zu den zulässigen Werten (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, ...) für das Attribut „Bezirk“.
„Landstraße“ gehört nicht zu den zulässigen Werten (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, ...) für das Attribut „Bezirk“.

Defizientenhaus (3, Ungargasse 38; Priesterkranken- und Defizienteninstitut mit Kapelle „Heiliger Joseph von Calasanz"). Schon unter Leopold I. verfolgte die Bruderschaft von St. Peter und Paul den edlen Zweck, kranken Priestern ein Pflegehaus zu verschaffen. 1780 wurde in Wien ein Verein von Weltpriestern gegründet, der sich die Errichtung einer Anstalt zur Verpflegung kranker und arbeitsunfähig gewordener Confratres zum Ziel setzte. Dieses Heim war zunächst in einem Privathaus in Mariahilf untergebracht. Als die Piaristen infolge der Josephinischen Reformen ihre Schule von der sogenannten Piaristenresidenz verlegten, wurde das nun frei gewordene Haus in der Vorstadt Landstraße, das ursprüngliche Maria Theresia Edlige von Thron gehört hatte und 1709 den Elisabethinen zur vorläufige Wohnung angewiesen worden war, über Initiative des eingangs erwähnten Vereins erworben, als geistliches Defizientenhaus diesem Zweck gewidmet und ab 1789 als Defizientenhaus benützt. Den Plan zu diesem Institut, das insbesondere durch die Stiftung der Anna Maria Gast, der Witwe nach dem Konsistorialrat Anton Gast, und der Josefa Hohenauer zu großer Blüte gelangte, entwarf der Exjesuit Muska. Das 1757 errichtete Institutsgebäude wurde bis 1784 von den Piaristen genützt (um 1760 bestand hier eine deutsche Schule, 1775 wurde eine Normalhauptschule errichtet). Im Haus befand sich die erst 1852-1854 erbaute Priesterhauskapelle (von Franz Sitte). Haus und Kapelle wurden nach schweren Bombenschäden abgetragen und durch einen Neubau ersetzt. An der Stelle des Defizientenhauses entstand das nach Plänen von Kurt Stögerer erbaute „Stephanushaus" (mit einer neuen Kapelle).

Literatur

  • Anselm Weißenhofer, Das Priester-Defizientenhaus, in der Ungargasse, in: Wiener Geschichtsblätter. Wien: Verein für Geschichte der Stadt Wien II. 15 (1960), 173 ff.
  • Wiener Diözesanblatt 1865, 313 ff., 322ff., 333 ff.; 1866, 11 ff.
  • Alfred Missong: Heiliges Wien. Ein Führer durch Wiens Kirchen und Kapellen. Wien: Wiener Dom-Verlag ³1970, S. 124
  • Die Landstraße in alter und neuer Zeit. Ein Heimatbuch. Hg. von Landstraßer Lehrern. Wien: Gerlach & Wiedling 1921, S. 47, 145 f.
  • Gustav Gugitz: Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch. Band 1: Wien. Wien: Hollinek 1955, S. 56
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 4: Profane Topographie nach den 21 Bezirken (2. - 21. Bezirk). Wien: Jugend & Volk 1958, S. 79